Barrierefreiheit, Tourismus und gestaltbare Möglichkeiten: die Vision von Cityfriend
- Heimat Studio

- 22. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Es gibt Organisationen, die sich nicht darauf beschränken, einen Service zu verbessern, sondern daran arbeiten, die Perspektive zu verändern, aus der dieser Service gedacht wird.Cityfriend, eine Benefit-Gesellschaft, gehört dazu.
Ihre Vision ist in ihrer Einfachheit radikal: touristische und kulturelle Erlebnisse leichter zugänglich und zugleich reicher an Schönheit zu machen.
Für alle.
Nicht als Schlagwort, sondern als tägliche Praxis.

Barrierefreiheit ist kein Entgegenkommen, sondern eine Voraussetzung
In der öffentlichen Erzählung wird Barrierefreiheit oft auf eine Liste baulicher Hindernisse reduziert, die beseitigt werden müssen. Cityfriend kehrt diese Logik um: Barrierefreiheit ist keine Zugeständnis, sondern eine Voraussetzung dafür, dass Teilhabe überhaupt möglich wird.
Wir sprechen von einem vielfältigen menschlichen Spektrum: Familien mit kleinen Kindern, ältere Menschen, Reisende mit besonderen Ernährungsbedürfnissen, Menschen mit motorischen, sensorischen oder kognitiven Beeinträchtigungen.Zu lange hat der traditionelle Tourismus diese Realitäten als „Ausnahmen“ behandelt.
Cityfriend verfolgt den entgegengesetzten Ansatz: Nicht die Reise an die Person anpassen, sondern Kontexte so gestalten, dass sie für alle bewohnbar sind.
Information als erster Akt der Fürsorge
Eines der größten Hindernisse für inklusiven Tourismus ist Unschärfe.Zu sagen, eine Struktur sei „barrierefrei“, bedeutet nichts, wenn nicht klar ist, für wen und in welcher Form.
In Zusammenarbeit mit Branchenverbänden hat Cityfriend präzise Erfassungsprotokolle entwickelt, die jeden Aspekt der Erfahrung analysieren: von Parkmöglichkeiten über Zimmerautomation bis hin zur Transparenz der Menüs und der Nutzbarkeit gemeinsamer Bereiche.
Diese Arbeit ist nicht nur technischer Natur. Sie ist ein Akt intellektueller Ehrlichkeit.Korrekte und überprüfbare Informationen geben Menschen die Möglichkeit, selbstbestimmt zu wählen – und machen Information zu einer Form von Respekt und Selbstbestimmung.
Eine neue Kultur der Gastfreundschaft entwickeln
Eine Einrichtung kann technisch perfekt sein und dennoch zwischenmenschlich abweisend wirken.Deshalb hat Cityfriend bereits über 650 Akteurinnen und Akteure aus Tourismus und Kultur geschult – nicht nur in Abläufen, sondern auch in Sprache, Haltung und Beziehungsqualität.
Ziel ist es, Beherbergungsbetriebe auf einem Entwicklungsweg zu begleiten, der umfasst:
inklusives Design, das Ästhetik und Funktionalität verbindet
diskriminierungsfreie Kommunikation ohne Stereotype
Qualitätszertifizierungen wie die UNI/PdR 131:2023, die echtes Engagement belegen
In dieser Perspektive ist Barrierefreiheit kein zusätzlicher Kostenfaktor mehr, sondern ein Qualitäts- und Exzellenzmerkmal.
Universeller barrierefreier Tourismus: eine inklusive Vision
Cityfriend spricht bewusst von universellem barrierefreiem Tourismus.Nicht nur vom Abbau baulicher Barrieren, sondern von der realen Möglichkeit, unter normalen Bedingungen am touristischen, kulturellen und sozialen Leben teilzunehmen.
Diese Vision umfasst Museen, Kulturorte, Führungen, Veranstaltungen, barrierefreie digitale Werkzeuge, multimediale Inhalte und leicht verständliche Sprache.Tourismus wird so zu einem Raum der Bürgerschaft – nicht zu einem Privileg für wenige.
Wenn sich Visionen begegnen
Beim Lesen der Arbeit von Cityfriend haben wir erkannt, dass wir dieselbe Sprache sprechen.Inklusion ist kein Element, das man am Ende eines Projekts hinzufügt, sondern dessen Ausgangspunkt.
Cityfriend arbeitet daran, Tourismus zu einer möglichen und schönen Erfahrung zu machen.Wir arbeiten daran, dass Orte und Dienstleistungen sich ehrlich, verständlich und respektvoll erzählen können.Beide glauben wir, dass die Pflege von Beziehungen die Grundlage jedes Gestaltungsprozesses ist, der sich nachhaltig nennen will.
Eine kulturelle Entscheidung – noch vor einer ethischen
In einer Zeit, in der Begriffe wie „Nachhaltigkeit“ und „Inklusion“ Gefahr laufen, inhaltsleer zu werden, zeigt Cityfriend, dass eine andere Art des Wirtschaftens möglich ist: kompetent, konkret und menschlich.
Es geht nicht darum, einen „Spezialtourismus“ für einige zu schaffen, sondern Tourismus universell zu gestalten.Denn ein barrierefreierer Ort ist nicht nur für manche besser – er funktioniert für alle besser.





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